Caren Hückstädt
Ich wollt’ ich wär’ ein Huhn

Nackenverspannungen und in der Folge chronische Schmerzen entstehen durch falsche Sitzhaltungen und schlechte Angewohnheiten. Menschen vor dem Computer neigen dazu, den Kopf in Richtung Bildschirm vorzuschieben. So wird der Kopf durch Muskelkraft anstatt durch seinen natürlichen Dehnungsreflex gehalten. Die schlechte Angewohnheit der falschen Sitzhaltungen wird durch tägliches Wiederholen antrainiert und somit zur funktionellen und schmerzhaften Fehlhaltung. Um dem Unterbewusstsein das richtige Haltungsmuster neu einzuprägen, muss Propriozeptionstraining (lat.: „Proprius“=„Eigen“, „recipere“=„aufnehmen“) betrieben werden.

Ein Phänomen aus der Tierwelt stellt die Lösung für ein propriozeptives Training des Nackens bei Büroangestellten dar. So scheinen Hühner über eine Art Positionssender im Kopf zu verfügen der es ihnen ermöglicht, ihren Kopf völlig unbeweglich in aufrechter Position zu halten, sobald sich ihr Rumpf in irgendeine Richtung bewegt. Der Mensch dagegen braucht für die Messung der Position des Kopfes im Raum einen künstlichen Sender. Projektbezogen sitzt dieser fest auf dem Kopf und strahlt Infrarotlicht aus. Unter Verwendung der Technologie des Wiis können mit der sogenannten Wiimote die Lichtsignale des Gerätes empfangen und die Kopfposition berechnet werden. Ein spezieller, ergonomischer Schreibtischstuhl sorgt durch den Antrieb von zwei Linearmotoren auf Knopfdruck für die übungstechnisch nötigen Kippbewegungen des Rumpfes. Die Messvorrichtung bestehend aus Sender und Wiimote kontrolliert, dass der Kopf, mit Blick geradeaus, still gehalten wird.


Betreuung
Prof. Barbara Tietze
Prof. Holger Neumann
Prof. Egon Chemaitis

Kontakt
caren@hueckstaedt.de

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