Nina Farsen & Isabel Schöllhammer
INVALID



Im Design wird normalerweise das Fehlerhafte und Dysfunktionale vermieden, ein gestaltetes Objekt muss vollständig und perfekt ausgereift sein. Die Unvollkommenheit ist jedoch eine Quelle der Kreativität: Abweichungen von der Norm, die vermeintlich als Defizit empfunden werden, entwickeln sich oftmals zu neuen Fähigkeiten. Dieser Begriff der Invalidität dient als Gestaltungsstrategie, um gewohnte Eigenschaften zu verändern oder gänzlich neue Funktionen zu schaffen. Der Entwurfsansatz ist daher nicht die Heilung oder Pflege »invalider« Dinge, sondern die Umwer-tung der Störung in etwas Positives.
Der Titel der Arbeit enthält die beiden Begriffe ›valid‹ und ›invalid‹, die die Bedeutung von »gültig« beziehungsweise »ungültig« einschließen. Der Entwurfsprozess strebt die darin enthaltene Umwertung an: Aus einem defizitären Objekt geht ein Produkt hervor, das auf eine andere, unerwartete Art vollständig ist. Ziel ist es, der Invalidität eine neue Bedeutung zu verleihen und sie aufzuwerten. Es gilt, die Norm als bloßen Durchschnitt zu entlarven, als das Erwartete, Gewohnte und Unspektakuläre – und wer möchte schon nur »normale« Produkte entwerfen?
Die Furcht vor dem Unbekannten steht in ständiger Konkurrenz mit dem Wunsch nach dem Hervorragenden und dem Streben nach Individualität. Die Produktreihe soll zur Akzeptanz und Anerkennung des Unvollkommenen aufrufen.



Betreuung: Prof. Inge Sommer
Prof. Egon Chemaitis
Dr. Annette Geiger
Kontakt:nein_sein[at]yahoo.de; Isabel.sch[at]gmx.de

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