Diplomarbeiten 08/09

Studiengang Industrial Design
Fakultät Gestaltung
Universität der Künste Berlin


Vorwort

Natürlich ist es etwas Besonderes, endlich das Diplom in den Händen zu halten. Dafür haben unsere Studierenden mindestens fünf Jahre lang gearbeitet, gelernt, geforscht, experimentiert und gestaltet. Heute möchte ich dazu erst einmal gratulieren, auch wenn man sich beim Verlassen der Hochschule und gerade in diesen stürmischen Zeiten vielleicht eher besorgt fragt: „Was kommt jetzt? Ändert sich jetzt alles?” Das, was man bisher im geschützten Raum der Universität ausprobieren konnte, muss sich nun in der realen Welt als tragfähig erweisen. Die Arbeiten, die uns die Absolventinnen und Absolventen in „flügge 08/09” präsentieren, zeigen in vielen Facetten, was Designtätigkeit ist: professionell, wissenschaftlich und gestalterisch.

In welchem Kontext setze ich Design um? In welchem Medium? Ist es ein Körper, ein Prozess, ein Interface? Was passiert in der Welt? Wie entwickeln sich die Dinge? Wie gehen wir mit unseren Ressourcen um? Welche Technologien und Funktionen werden wir morgen benötigen? Noch bevor Trendforscher und Marktforscher die Zukunft ausmalen, haben Designer schon intuitiv Verschiebungen und Verwerfungen wahrgenommen. Sie sind Seismographen, die in ihrer Arbeit früh auf Veränderungen und Umbrüche reagieren. Das Gespür und den Blick für Entwicklungen und Notwendigkeiten haben die Designer an der Hochschule geschärft. Sie werden ihre Antennen bei der Landung im Berufsleben immer wieder ausfahren, sensibilisieren und registrieren, was jetzt zu tun ist.

Gerade in diesen unruhigen, auch ungewissen Zeiten, haben die Absolventen viele Chancen, sich drängenden, fundamentalen Fragen zu widmen. Design ist, wenn es stark ist, keine nur dekorative Disziplin, sondern existenziell in ihrem Einfluss auf den Zustand der Welt. Heute mehr denn je. Deshalb ist das Studium nicht zu Ende, sondern es geht weiter, über das Diplom hinaus. Denn zum Gestalten gehört es, immer wieder in die Welt zu sehen, Neues zu lernen, Erfahrungen zu sammeln, Experimente zu wagen, Dinge auszuprobieren, Erkenntnisse zu gewinnen. Dann können Designer helfen, Antworten zu finden. Was nützt uns Menschen wirklich? Designer sind keine einsamen Wesen, sie brauchen den Dialog mit anderen Disziplinen. Sie arbeiten in Netzwerken, verknüpfen die Fragen und das Wissen anderer Experten, so dass oft erst hierdurch dessen Wert erkannt wird. Design ist nicht nur im Studium, sondern immer ein Prozess. Wo er hinführt, werden die „flügge” Designerinnen und Designer mit entscheiden. Sie sind für die Zukunft gut gerüstet.

Prof. Achim Heine
Institut für Produkt- und
Prozessgestaltung

© designtransfer 2010 Impressum
Edit upload Alle Seiten Probe-Seite Layouts SiderBar History Recent Changes