Jörg Höltje
Hydra

Für die Formsuche modellierte Jörg Höltje den Stuhl von den Knotenpunkten ausgehend, wobei ihm natürlich gewachsene Verzweigungen, wie Astgabeln, Geweihe und Knochen als Vorbild dienten. Die Beine und die Strecken der Seitenteile des Stuhls weisen organisch anmutende Verdickungen auf, die von Beinwaden und Muskeln inspiriert wurden.

Das Hydroforming von Rohren (Innenhochdruckumformung IHU) ermöglicht die Modellierung der gewachsenen, organischen Formen, bei gleichzeitiger Berücksichtigung der biologischen Wirkungsprinzipien Stabilität und Leichtigkeit. Durch die IHU-Technologie wurde es Höltje ermöglicht, das Dogma des gleichbleibenden Durchmessers der Halbzeuge zu durchbrechen, den Strecken Kontur zu geben, Verzweigungen zu bilden und so den konstruktiven Aufbau eines Metallrohrstuhls wie gewachsen aussehen zu lassen.

Im engen Dialog mit Ingenieuren des Fraunhofer IWU (Chemnitz) wurde der Stuhlentwurf hinsichtlich der Machbarkeit analysiert und die jeweils geeigneten Fertigungsprozesse ausgewählt. Auf diese Weise entstand ein Kooperationsprojekt, dessen Ziel die Entwicklung seriell umsetzbarer Produktionsabläufe für den Stuhlentwurf war.

Aufgrund der technischen Möglichkeiten und des Wissens am Fraunhofer IWU erfolgte hier die virtuelle Simulation der Produktionsprozesse, die Umsetzung der Ergebnisse im Werkzeug und Prozess bis hin zur Fertigung erster Prototypen. Aus der Kooperation entstand der Stuhl in einem generativen, evolutionären Prozess, der durch gemeinsamen Ideenaustausch, Grenzen der Technologie, ästhetische Ansprüche und ökonomische Überlegungen gekennzeichnet war.


Betreuung
Prof. Axel Kufus
Prof. Holger Neumann
Dipl.-Des. Wilm Fuchs

Kontakt
j.hoeltje@studiohausen.com

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