Sandra Aracic
Doppelidentitäten



»Doppelidentitäten« interpretiert Zusammenhänge und Auswirkungen von technologischen Entwicklungen auf die Identitätsbildung, -findung und -erfindung. Hierbei spielen die Diffusion und Vervielfältigung von Identität eine wichtige Rolle, die unter dem Einfluss einer zunehmend vernetzten Kultur stattfinden, in der Technologie sich dem menschlichen Körper nähert und sogar in ihn einzudringen beginnt. Körperlichkeit, Körperbilder und Identität stehen in einem neuen Spannungsfeld.
Die Kollektion spielt mit dem Kontrast zwischen dem Synthetischen und dem Natürlichen, zwischen Schutz und Fragilität. Sie schafft Irritationen durch die Annäherung des Künstlichen an das Vertraute. Der Begriff »Virtualität« bildet sowohl für das Konzept einen inhaltlichen Bezugspunkt und dient als ästhetische Inspirationsquelle.
Natürliche organische Stoffe erwecken den Eindruck von synthetischen Geweben, verformte thermoplastische Kunststofffolien ahmen geschmeidige Textilien nach, die wirken, als seien sie in einer Bewegung eingefroren. Hierdurch entsteht ein Spiel von Geometrie und Textur, von erstarrter Dynamik und simulierter Lebhaftigkeit, das nicht zuletzt einen phänomenologischen Bezug zur Erscheinungsform digitaler 3D-Welten darstellt.
Gleichzeitig weisen die in die Kleidung integrierten starren Kunststoffelemente auf ein Schutzbedürfnis gegenüber zunehmend übergriffigen Einflüssen unserer Umgebung hin.

Betreuung: Prof. Valeska Schmidt-Thomsen
Prof. Stephan Schneider
Dr. Wolfram Bergande
Kontakt: sandraaracic[at]yahoo.co.uk

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